Damenwahl

Managerinnen Sanz2 KopieVeranstaltungsreihe zu 100 Jahre Frauenwahlrecht
in der Region Schneebergland – Piestingtal

Seit knapp 100 Jahren dürfen Frauen in Österreich wählen und gewählt werden.

Der Erste Weltkrieg veränderte die Situation für die Frauen nachhaltig. Aufgrund der kriegsbedingten Abwesenheit der Männer traten viele Frauen ins Berufsleben ein, ihre Arbeitsleistung wurde für die Aufrechterhaltung der Kriegswirtschaft unentbehrlich. Das Ende des 1.Weltkrieges und der Zusammenbruch der k.-und-k.-Monarchie führten zur Gründung der Republik Österreich.

In der allgemeinen (politischen und gesellschafltichen) Umbruchsphase konnte den Frauen das Wahlrecht nicht mehr vorenthalten werden. In Österreich (und auch in Deutschland) erhielten die Frauen am 12. November 1918 das Wahlrecht. Europaweit gehörte Österreich damit zu jenen Ländern, in denen die Frauen am frühesten das allgemeine und gleiche Wahlrecht bekamen.

Dieses Recht führte zu einer erhöhten Teilnahme von Frauen am gesellschaftlichen und öffentlichen Leben und zu einer Verbesserung ihrer Lebensumstände. In den darauffolgenden 100 Jahren haben sich – mit Ausnahme der Kriegsjahre – nach und nach immer mehr Lebensbereiche für Frauen positiv entwickelt.

Der Anteil der Frauen in der Politik ist sowohl auf Gemeinde-, Landes- und Bundesebene aber nicht zuletzt aufgrund von Quotenregelungen in den 1980-er und 1990-er Jahren gestiegen.  Auch in vielen anderen Lebensbereichen hat die Gleichstellung von Frauen in den letzten 100 Jahren zu einem erfreulichen Wandel der Lebensumstände von Frauen beigetragen: Vieles was jungen Frauen heute selbstverständlich erscheint, war ihren Müttern und Großmüttern gesellschaftlich untersagt oder per Gesetz verboten.

Auch wenn sich vieles positiv geändert hat, ist die Gleichstellung noch nicht in allen Bereichen unserer Lebensrealität angekommen. Nach wie vor sind Frauen viel haufiger als Männer in Niedriglohnbranchen tätig und nehmen vergleichsweise selten leitende Positionen ein. Der Anteil der teilzeitbeschäftigten Frauen hat sich seit den 1990-er Jahren mehr als verdoppelt. Ein Zeichen, dass es für viele Frauen unter den bestehenden Rahmenbedingungen nahezu unmöglich ist, familiäre Pflichten mit einer Vollzeitbeschäftigung zu vereinbaren. Auch von der steigenden Altersarmut sind ebenfalls mehr Frauen als Männer betroffen.

Inhalt und Ziel der Veranstaltungsreihe ist es
* einen Überblick über die Entwicklung der Lebensrealität von Frauen – insbesondere von Frauen am Land – der letzten 100 Jahre zu zeichnen und
* stellvertretend für viele – soll die persönlichen Leistung und Beiträge von Frauen in der Region in den unterschiedlichsten Bereichen (Politik, Wirschaft, Kunst & Kultur, Sport, etc.) sichtbar und einer breiteren Öffentlichkeit bekannt gemacht werden.